
![]() | Badewetter zum 2. |
![]() | Kinderunterhaltung |
![]() | Job |
![]() | Kindergeburstag |

Seit der Sommer nun definitiv in Texas Einzug gehalten hat, sind wir öfters in den Pools anzutreffen. In etlichen der Parks in Woodlands gibt es auch eine Badeanstalt, die alle mit der gleichen Saisonkarte zugänglich sind. Jede Anstalte besitzt ein grosses Sdhwimmbecken und einen flachen Kinder-Pool. Hier kann sich Salome ausgiebig vertollen und mit anderen Kindern spielen. Meistens gibts auch noch eine kleine Rutschbahn mit Landung im Wasser. Da braucht Salome jeweils einige Anlaufszeit, aber danach ist sie kaum mehr zu stoppen! Die Scheu vor dem Wasser hat sie definitiv abgelegt und auch wenn das Gesicht mit Wasser bespritzt wird, kann sie immer noch lachen. Da wir salome kaum mehr aus dem kühlen Nass bringen, sind wir echt froh, dass hier alle Stunden während 10 - 15 Minuten der Pool für Kinder geschlossen wird - Safety Break wir das dann genannt. Wem das vielleicht etwas zu bevormundet vorkommt; für uns ist es wesentlich einfacher, wenn Salome sieht, dass alle Kinder aussteigen und nicht nur sie eine Pause einschalten soll. Unterdessen hat sie sich auch schon etwas an die Pause gewöhnt und nutzt die Zeit für einen Pausenriegel und trinkt ungechlortes Wasser...
Die Hygieneregeln werden auch in den Pools wesentlich strenger gehandt habt als in der Schweiz (sweit uns auf jeden Fall bekannt ist): als kürzlich ein kleines Kind seine Little Swimmers (wassertaugliche Windeln) mit einem Päckli gefüllt hat, wurde der Kinder-Pool umgehend gesperrt und von den immer präsenten Life-Guards Wasserproben genommen. Falls der Chlorgehalt nicht den Bestimmungen genügt hätte, müsste am Abend im Radio eine Durchsage erfolgen, damit die Ursache für allfällige bakterielle Erkrankungen allen bekannt gemacht wird... Da die Pause eine willkommener Grund war, nach Hause aufzubrechen, wissen wir leider nicht, wie lange die Sperre aufrecht erhalten wurde.

Mit der steigenden Hitze sind neue Ideen gefragt, wie Particia und Salome den Tag verbrigen können, ohne weder in der Sonne zu verschmachten noch im Apartement zu vergammeln. Da wir uns noch nicht so für einen Musik- oder Tanzkurs begeistern können (siehe auch Nichts ist unmöglich) haben wir uns für einen Experimentierkurs für 1 1/2 bis 2-Jährige entschieden. Seit anfangs Monat heissts nun jeden Montag morgen Messe Mitts! Leider wurden bereits beim ersten Treffen die Hoffnung auf eine interessante Zeit etwas getrübt: die Leiterin hatte einen Sändelikiste aufgestellt und dann aber nicht etwa mit Sand, sondern mit etlichen Kilos Reis gefüllt!!!!!!!!!!! Die Kinder durften dann also den Reis mit allen Sinnen entdecken; Haufen aufschütten, durch die Finger rieseln lassen und natürlich aneinander anwerfen. Beim zweiten Besuch stand immerhin schon malen mit Papas Rasierschaum auf dem Programm. Wenn die Steigerung anhält, werden sie in 2 Monaten mit desinfizierten Blättern oder Steinen basteln...
Alternativ dazu ist auf Initiative einer Nachbarin eine Krabbelgruppe in unserer Siedlung aufgebaut worden und jetzt heisst es einmal die Woche mit der Gruppe unterwegs sein. Auf dem Programm steht z.B. im Park spielen, in unserem Outdoor-Atelier basteln oder gemeinsam in den Chuck E. Cheese gehen. Was Chuck E. Cheese ist? Wir wussten das bis vor kurzem auch noch nicht, aber beim ersten Besuch konnten Patricia und Salome ihren Augen kaum trauen: eigentlich eine Pizzeria für Kinder, ist das Essen nur eine Nebensächlichkeit. Die Spielhölle ist der wahre Grund eines Besuches: Karussel, einige Video-Games, Fischen, Frösche herausziehen, Wasserpistole und das gute alte Schaukelauto (wie sie in der Schweiz vor vielen Coops oder Migros stehen) in verschiedensten Farben und Modellen (Tele-Tubbies, Barney, Zwerge...). Wie es sich für Texas/Amerika gehört werden alle Spielsachen von Lichtern in allen Farben begleitet - überall blinkts und ratterts so wild, dass Salome die ersten paar Minuten sich gar nicht von Mama wegtraute. Danach hat sie sich aber in das Vergnügen gestürtzt hat sichtlich Freude daran.
Ein weitaus überraschenderes Verhalten von Salome haben wir erlebt, als wir mit ihr das erste Mal ins Kino gegangen sind. Hierzulande scheint es absolut üblich, dass einerseits Babys ihre Eltern in den ersten Monaten ins Kino begleiten dürfen (und meistens schlafen), aber andererseits ab 2 Jahren Kinder regelmässig ins Kino dürfen. Wir konnten uns nicht so ganz vorstellen, dass Salome mehr als 10 Minuten ruhig sitzen kann und hatten uns deshalb nicht weitere Gedanken dazu gemacht, bis Patricia gefragt wurde, ob sie und Salome den neuen Disney-Film mit ihrer Freundin anschauen wolle. Und tatsächlich hat sich Salome bis auf einen kurze Auszeit sehr ruhig verhalten und ist fast 90 Minuten auf dem Kinosessel geblieben!

Eigentlich wollten wir auf diesen Seiten über unsere Erlebnisse im amerikanischen Alltag berichten und den Job beiseite lassen. Im Juni haben sich aber einige Veränderungen angekündet, die die einen oder anderen bereits in einer Mail mitgekriegt haben, deshalb gibts hier eine Art Zusammenfassung und das Ende der Story.
Bereits im Februar wurde Jürg angekündigt, dass die Firma verkauft werden soll. Einige Wochen später kam dann auch noch die Mitteilung, dass wir aus unserem Gebäude ausziehen müssen und eine neue Bleibe zu suchen haben. Danach wurden vom Management fast nichts mehr darüber mitgeteilt, nur hin und wieder brodelte die Gerüchteküche.
Im Mai wurde die Belegschaft über den aktuellen Stand knapp informiert: "alte Firma will Umzug nicht bezahlen, deshalb ist mit Verkauf vor Ende Juni zu rechen, gute Angebote sind aber ausgeblieben". In der 2. Junihälfte begannen sich immer mehr Gerüchte zu jagen, es schien wohl ein Käufer gefunden zu sein, aber würde er auch die Arbeitsplätze erhalten? Am 26. Juni - am Tag vor dem Umzug ins neue Gebäude - war es dann soweit: als Jürg am morgen ins Geschäft kam, teilte ihm eine Arbeitskollegin mit, dass sie entlassen werde und dass auf 9.30 Uhr ein Meeting angesagt sei. Zu besagter Zeit tauchte neben dem CEO auch die Personalverantwortliche auf und selektierte die anwesenden MitarbeiterInnen. Einige wurden aus dem Konferenzzimmer geschickt, nach anderen gesucht, es war klägliches Schauspiel. Den draussen wartenden (30 %) wurde irgenwann klar gemacht, dass sie weiterhin einen Job haben, den anderen (70 %) wurde mitgeteilt, dass sie in der neuen Firma nicht mehr gebraucht werden! So gefühlslos hätten wir uns diese "Verkündung" nie erwartet (es wurde zB auch gar nicht kommuniziert, dass die Firma nun verkauft ist!). So mussten die Leute ihre persoenlichen Sachen wieder aus den Kisten auspacken, da die Kündigungsfrist nur gerade 2 Wochen beträgt und etliche -verständlicherweise - nicht mehr zur Arbeit kommen wollten.
Wir machten uns einige Tage später aus dem Staub und flohen nach Montana. Unterdessen ist wieder etwas Ruhe eingekehrt; die meisten haben wieder eine Stelle gefunden, 2 arbeiten nun trotzdem für die neue Firma, 4 wurden temporär von Swissphoto angestellt (und arbeiten mit den alten Kollegen zusammen), eine Gruppe in Kanada macht sich selbstständig und verkauft ihre Dienste an die neuen Besitzer... Fazit: Wenn die Kommunikation nicht so haarsträubend schlecht gewesen wäre, hätte kaum jemand etwas von einem Besitzerwechsel mitgekriegt, so aber haben wir uns mit der "hire and fire"-Mentalität der Amis bestens vertraut machen können.

Die Bilder zur Party sind hier zu finden.
Endlich war es soweit: Salomes 2. Geburtstag stand vor der Tür. Nachdem wir zuerst (glücklicherweise) bei ihren Freundinnen etwas Anschauungsunterricht in Sachen Parties genossen, entschieden wir uns für ein Bar-B-Q im Park mit unseren neuen Freunden (und verzichten damit auch auf eine Party im Chuck-E-Cheese oder McDonalds). Da das Wetter nicht ganz so mitspielte (Ende Juni in Texas; jeden Tag Regen!!!!!!) mussten wir sie noch kurzfristig in unsere Wohnung verschieben. So wüteten dann 6 Kinder und doppelt so viele Erwachsene in unserer Wohnung, welche wir dank Unterstützung unserer Nachbarn auch sitzplatzmässig ausreichend ausstatten konnten.
Die Stimmung war sehr gut, auch wenn sich einige unserer Gäste darüber wunderten, eine solche Party zuhause und nicht in obenerwähnten Restaurants zu feiern, aber so amerikanisiert sind wir halt echt nicht und die meisten unserer Freunde stehen ebenfalls kritisch dazu. Die Kinder haben sich schnell wohlgefühlt und Salomes Zimmer glich bald einmal einem kleinen Schlachtfeld. Dass es auch den Erwachsenen gefallen hat, merkten wir, als wir sie fast nicht mehr zur Wohnung raus kriegten...
Der Höhepunkt der Feier war für Salome selbstverständlich das Geschenkeauspacken (und wir staunten, dass sier sozusagen nur "sinnvolle" Geschenke erhielt), für ihre Eltern der einzigartige Barbiecake, welcher von unserer Nachbarin Rosine (ebenso wie der Salome-Cake) vollständig homemade ist.
P.S. Am 4. August ist dann noch eine Party im Chuck-E-Cheese angesagt, damit wir auch dies noch erlebt haben...
