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Seit Ende April herrscht bei uns mehrheitlich sommerliches Wetter mit (sehr) warmen Temperaturen. Zum Glück können wir zur Abkühlung in den Pool in unserer Siedlung springen, so dass wir fast jeden Abend dort anzutreffen sind. Auch Salome schätzt das Wasser sehr, sie hatte eigentlich schon immer Freude am Baden. In den ersten Tagen spielte sie vornehmlich am Bassinrand mit ihren Kübeli und Fläschli, transportierte Wasser vom Whirlpool zum Swimmingpool und zurück. Nachdem aber immer mehr Kinder am Pool anzutreffen waren und diese wild ins Wasser sprangen, spritzten und kreischten wollte Salome natürlich auch mehr. Zu Beginn dauerte es eine ganze Weile bis sie - mit Flügeli oder Schwimmweste ausgerüstet - die Treppe zwei Stufen runtergestiegen war und in sich dann in unseren Armen durchs Wasser ziehen liess. Bald aber merkte sie, dass sie sich durchaus nicht so an uns klammern muss, sondern eigentlich fast allein über Wasser blieb! Mittlerweile zögert sie kaum noch, ins Wasser zu gehen, sie springt mit unserer Hilfe auch vom Rand in den Pool und schwadert anschliessend alleine herum.
Der Hacken an der Sache ist: wie bringen wir danach Salome wieder nach draussen? Meistens endet das Bad mit Tränen und Schreien, nur an einem Tag schien es einfacher zu klappen: nachdem Salome zuerst sich geweigert hatte mitzukommen, ist sie uns dann nachgerannt, wie wir Richtung Ausgang gingen. Beim Tor hat sie uns dann rausgelassen und ist schnell wieder nach drinnen gegangen, hat das Tor geschlossen und uns bye bye gerufen!!!

Salome scheint sich nun langsam auch an die englisch-amerikanische Sprache gewöhnt zu haben und beginnt nun immer mehr, verständliche Wörter zu sprechen. Begonnen hat sie mit den Namen von wichtigen Bezugspersonen wie Preeya, Nonna, Susan, Poonam, aber auch Micah oder Jann, welche ab und an bei uns zu Besuch sind. Da wir mit ihr weiterhin dialekt reden, sie aber bei Kontakten mit anderen Kindern englische Wörter lernt, entzückt sie uns unterdessenimmer wieder mit coolen Sprüchen. Sei es nun, dass sie fast nie Danke sagt, aber beim Besuch einer Freundin selbstverständlich thank you sagt, oder dass sie keine Schuhe, sondern shoes hat und lieber milk als Milch trinkt. Im Spiel mit ihr hat sie mit einem no, stop it! überrascht, als es ihr etwas zu viel wurde.
Sie hat nun gelernt, Gegenstände zu bezeichnen: die Familie von Preeya besitzt einen schwarzen Lexus und wenn immer Salome ein solches Modell sieht (sie sieht wohl alle, die wir antreffen und sie erkennt den Lexus unterdessen auch auf einige Distanz), ruft sie Preeya, Preeya - wohl in der Hoffnung, dass sie mit ihr spielen kann. Auch sonst hat sie gelernt, Gegenstände Personen zuzuordnen. Das zeigt sich besonders, wenn sie hilft Wäsche zusammenzulegen: T-Shirt - Mama, Boxershorts - Papa, weisse Socken? Micah! (na klar, er trägt im Gegensatz zu Mama und Papa immer weisse Socken!). Was Kinder so alles bemerken...

Nachdem wir im Januar bei unserem ersten Ausflug an den Strand von Galveston vom kühlen Wind bald wieder landeinwärts vertrieben wurden, planten wir, am Memorial Day ein verlängertes Wochenende am Meer zu verbringen. Obwohl uns einige Bekannte von Galveston eher abgeraten hatten, entschieden wir uns doch für den kürzesten Weg. Die Suche nach unserem vorbestellten Motel bereitete sich etwas schwieriger, da uns zur Abwechslung unser Internetreiseführer einige Meilen zu weit geführt hatte. Immerhin haben wir aber gemekrt, dass es etliche Zugänge zum parallel zu unserer Strasse verlaufenden Strandes gibt. Als wir dann endlich unseren "Schuppen": gefunden hatten und uns zur Erholung in unserem Zimmer niederlassen wollten, sind wir ziemlich schnell wieder aus unserem Zimmer geflüchtet: so ein ungepflegtes, schmutzig-schmuddeliges Motel hatten wir nun tatsächlich noch nie vorher gesehen! Rostige Badewanne, lebendiger Teppich, zu kurze Betten und ein schräg runterhängende Vorhänge... Dabei hatte der Preis doch eher auf ein mittelständiges Niveau gedeutet!
Da Salome nach der anstrengenden Fahrt doch mal noch etwas Wasserspass verdient hatte, sind wir dann nach dem umgehenden Auschecken zum Strand gefahren. Nach einigen verstreuten Häusern und einer niedrigen Dünen hat sich endlich das Meer präsentiert. Das heisst, wir mussten das Meer zwischen all den - nein keine Sonnenschirme wie an der Adria - Autos hindurch suchen, da die Texaner auch beim Badeplausch der Bequemlichkeit frönen! Zwischen Meer und Dünen wird der Küstenstreife als Fahrpiste benutzt, so dass die ganze Länge des Standes (sicher 10 km) befahren werden kann (natürlich gibt es davon auch ein Bild). Und wo es dann gefällt, wir das Auto nicht etwa auf der dem Meer abgewandten Seite, sondern möglichst Nahe beim Wasser parkiert. Das hat natürlich den Vorteil, dass die Kühlbox, Strand- und Liegestühle, Fischerrute etc. nicht weit getragen werden müssen. Das Leben kann dann je nach Bedarf noch mit dem persönlichen Musikstil aus dem Autoradio angereichert werden.
Von diesen Umständen liessen wir uns aber gar nicht abhalten. Salome hat sich umgehend in ihre Badeausrüstung gestürtzt und begann, den Sand, das Meer und die Wellen zu erkunden. Sie hatte extrem viel Spass dabei und wir haben gestaunt, wie unerschrocken sie sich ins Wasser wagte. Wenn manchaml eine Welle sie etwas stärker aus dem Gleichgewicht zu bringen drohte oder das zurückfliessende Wasser den Boden unter den Füssen wegspülte, ist sie dann aber schon schnell wieder zurück auf festen Grund gerannt. Aber wie die Bilder in der Portraitgallerie zeigen, genoss sie es sichtlich, im Wasser zu liegen und sich von den Wellen umspülen zu lassen.
